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„Ich Slowene“

„Ich Slowene“, so lautet dass Kapitel welches auf Seite 151 beginnt, indem Stanišić zugiebt seine Herkunft zu verleugnen. Als Ex-Jugoslawe war es ihm in Deutschland unwohl, er wollte keiner sein. „Anfangs in Deutschland wollte ich zweierlei Dinge nicht sein: Jugo und Geflüchteter.“ Seine Herkunft nicht nennen zu wollen oder gar zu vertuschen und zu verändern bringt meiner Meinung nach nichts gutes mit sich. Will man seine Heimat nicht preisgeben schämt man sich dafür, wird ausgegrenzt und oder nieder angesehen. All diese Dinge können einen grossen Einfluss auf die Charakterbildung in der Jungendzeit eines Menschen haben. Vorurteile gegen Flüchtlinge oder Einwanderer aus bestimmten Ländern waren schon immer in der Gesellschaft vorhanden. Und das wird auch immer so sein. Die Frage ist, wie löst man dieses Problem. Stanišić versuchte dies indem er sich als Slowene ausgab. „Zu neuen Bekanntschaften sagte ich also dann un wann, ich käme aus Slowenien. Die Alpenrepublik war am wenigsten in den Schlagzeilen gewesen, ich würde eher als Skifahrer denn als Opfer gesehen, hoffte ich“, so Stanišić. Jedoch halte ich es für ein Problem, wenn man von sich selbst aus nicht mehr dazu in der Lage ist, sich mit seinem Heimatland zu identifizieren. Man gibt vor etwas zu sein, was man nicht ist. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Es ist keine Schande aus einem Land zu kommen welches manche Leute mit einem Stirnrunzeln betrachten würden. Vorallem weil diese Vorurteile oft nur Trends für eine gewisse Zeit sind. Nach Balkan-Experte Rüdiger Rossig leben heute vermutlich an die 2 Millionen Ex-Jugoslawen in Deutschland. Wovon man bei einem Grossteil den Migrationshintergrund gar nicht mehr erkenne. Spricht man heutzutage in Deutschland vom Ausländeranteil, meine man weniger ex-jugoslawische Bürger wie noch vor 20 Jahren. Das geht auch auf die gute Integration zurück. Sie wären nie in Deutschland politisch aufgefallen. Es ist also alles eine Frage der Integration. Die Herkunft spielt weniger eine Rolle wenn man die neue Sprache und Sitten perfekt beherrscht, wie auch Stanišić klug bemerkt hat. „Ich wollte noch besser Deutsch lernen, damit die Deutschen in meiner Gegenwart sich nicht so viel Mühe geben mussten, zu verbergen, dass sie mich für dumm hielten.“ Passt man sich den neuen Verhaltensweisen korrekt an, kann einem auch nicht mehr eine abwertende Verhaltensnorm aufgrund der Herkunft zugewiesen werden. Jedoch kann das nicht in allen Fällen vor Diskriminierung schützen wie leider zugegeben werden muss.

HE

https://www.google.com/amp/s/amp.limmattalerzeitung.ch/limmattal/region-limmattal/rassismus-trotz-integration-wenn-schweizer-diskriminiert-werden-133920822
Zugriff: 24.1.2020


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