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Es ist egal, welche Sprache der Mund spricht

Fragt mich jemand, was Heimat für mich bedeutet, erzähle ich von Dr. Heimat, dem Vater meiner ersten Amalgam-Füllung

Saša, der in Deutschland ein neues Leben anfangen musste, hat verschiedene Begegnungen gemacht. Jedoch hat ihn ein Erlebnis sehr geprägt. Eines Tages begrüsste ihn unerwartet ein Mann mit Schnurrbart und Speedo-Badehosen. Ein Zahnarzt, der Sašas Vorstellung eines Deutschen entspricht. Auch wenn jetzt Saša alt ist, bleibt dieser Mann für ihn von grosser Bedeutung. Ihm war Herkunft anderer nicht von Bedeutung. Saša erwartete in Deutschland nicht so eine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Oft hat man das Gefühl, ein Fremder zu sein, wenn man ein Ausländer ist. Man kennt die Sprache oder Traditionen nicht, man bekommt von Einheimischen das Gefühl, nicht zu diesem Land zu gehören. Für Saša war es nicht einfach, jedoch war Dr. Heimat eine positive Überraschung. Denn wie es auch im Text steht: „Einer ideellen Heimat geht es um den Karies und nicht darum, welche Sprache der Mund spricht.“ Wichtig ist es, die Probleme der Gesellschaft zu behandeln und sich gegenseitig helfen. Auf das Äussere oder auf die Herkunft muss man nicht achten.

Anastasia und ich kennen das Gefühl auch. Unsere Muttersprachen sind nicht Deutsch und wir haben auch andere Traditionen als die Schweizer. Für mich, Vladimir, war es auch nicht einfach, als ich in die Schweiz kam. Ich hatte auch gewisse Erwartungen, aber schlussendlich habe ich viele Menschen kennengelernt, die für mich wie Dr. Heimat waren. Heute kann ich sagen, dass ich mich in der Schweiz sehr wohl fühle.

Trotzdem musste ich mich anpassen. Saša redete mit Dr. Heimat über seine Mutter, die eine Marxistin war. Damals herrschte in Jugoslawien Kommunismus, das heisst alle sollten gleich viel bekommen und eine gute Arbeiten haben. Jetzt aber, wo seine Mutter in Deutschland arbeitet und sich in einer Wäscherei abschuftet, ist es ein Widerspruch für sie. Denn sie selber wird durch harte Arbeit ausgebeutet. Das muss auch ein Ergebnis der Anpassung in Deutschland sein.

Klar muss man sich anpassen, überall wo man neu ist. Zum Beispiel wenn man die Schule wechselt. Aber sich wie Zuhause fühlen, heisst nicht die Sprache perfekt kennen oder in ein Land geboren zu sein. Viel wichtiger ist, Freunde zu haben, respektieren und respektiert zu werden und keine Vorurteile haben. Wir denken, dass es Saša gelungen ist, obwohl er das vielleicht nie gedacht hätte.
Es ist egal, welche Sprache man spricht oder woher man kommt, wichtig ist, wie die Person im Herzen ist.

VL & AI 🇸🇰🇮🇹🇨🇭

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